Judo Regeln 2014

19:31:00 14.12.2013

Kampfrichter und Nebenrichter

CARE Videosysteme

Die Wettkämpfe werden mit 3 Kampfrichtern gerichtet, die eine andere Nationalität aufweisen als die beiden Kämpfer. Ein mit einem portablen Kommunikationssystem ausgerüsteter Kampfrichter auf der Matte ist mit 2 durch ein Videosystem des Typs CARE unterstützten Tisch-Kampfrichtern verbunden.
Eine Rotation unter den Kampfrichtern stellt die Neutralität sicher.
Die IJF Jury interveniert nur bei gravierenden Fehlern, die korrigiert werden müssen. Die Intervention und die Korrektur der Entscheidung müssen eine Ausnahme bleiben und erfolgt nur im absoluten Bedarfsfall.

Die IJF Jury muss wie die Kampfrichter die Neutralität gegenüber den Wettkämpfern respektieren. Es gibt keine
rufende Prozedur in Bezug auf das Kampfrichterwesen. Allerdings können sich die Trainer zur IJF Jury begeben, um die Gründe für die Entscheidungsänderung zu verstehen.

Ein Ausbildungssystem im direkten Zusammenhang mit den Fehlern jedes Kampfrichters muss auf die Beine gestellt werden.

Es müssen gemeinsame Seminare zwischen den Trainern und den Kampfrichtern organisiert werden.

Bewertung der Techniken

Ippon

Ippon

Dem Ippon mehr Bedeutung geben und nur Techniken berücksichtigen, bei denen eine echte Wirkung im Bezug der Rückenberührung der Tatamis ersichtlich ist. Ein rollender Fall ohne wirkliche Wirkung darf nicht als Ippon gewertet werden. Dieser sehr wichtige Punkt muss während der ganzen Olympischen Periode gleich bewertet werden.

Yuko

Artikel 24 a
Wenn ein Wettkämpfer seinen Gegner kontrolliert auf die Seite des oberen Teils seines Körpers wirft zeigt man Yuko an.

Fall in die Brücke

Jeder Fall in die « Brücke » wird als Ippon bewertet. Diese Regel wird mit aus Sicherheitsgründen eingeführt, damit die Wettkämpfer nicht in Versuchung geraten, eine Verletzung der Halswirbelsäule zu riskieren, um eine Wertung einer Technik gegen sie zu verhindern.

Strafen

Shido

Während des Kampfes können 3 Shidos gegeben werden, das 4. Shido wird als Hansoku-Make angezeigt. Die 3 ersten Shidos werden ohne Umwandlung in positive Punkte für den Gegner auf der Wertetafel markiert. Einzig technische Punkte können zu positive Resultate auf der Wertetafel führen. Am Schluss des Wettkampfes wird im Fall eines Unentschiedens auf der Wertetafel der Kämpfer mit weniger Shido als Sieger deklariert. Wenn der Kampf in die Entscheidungsverlängerung (Golden Score) geht verliert der Kämpfer, der ein Shido kassiert und gewinnt der Kämpfer, der den ersten Punkt markiert.

Shido wird vergeben, ohne dass sich die beiden Kämpfer an die offizielle Kampf Startposition begeben müssen wo der Kampfrichter « Matte…Shido…Hajime“ sagt. Allerdings besteht eine Ausnahme beim Verlassen des Matten, wo die Wettkämpfer den Kampf in der Ausgangsposition wieder aufnehmen.

Wird mit Shido bestraft:

  • Den Griff des Gegners mit 2 Händen « brechen ».
  • Den Kragen seines Judogis schützen, um ein Fassen des Griffes zu verhindern.
  • Beim Griff über Kreuz muss unmittelbar ein Angriff folgen.
  • Gleiche Regel beim Fassen des Gürtels und beim Fassen auf der gleichen Seite.

Die Kampfrichter müssen strikt die Wettkämpfer bestrafen, die sich nicht um ein rasches Kumi-Kata bemühen oder die ein Fassen des Griffes durch den Gegner verhindern. Wenn bei einer Wiederaufnahme des Kampfes ein Kämpfer bei 2 Wiederholungen den Griff „bricht“ wird das 3. Mal mit Shido bestraft.

  • Der « Pistolengriff » und « Taschengriff » (Pistol and Pocket Grip) am Ende des Ärmels ohne unmittelbaren Angriff wird mit Shido bestraft.
  • Seinen Gegner umklammern, um ihn mit dem « Bärengriff » zu werfen. Dieser Wurf wird nicht mit Shido bestraft wenn der Gegner mindestens mit einer Hand Kumi-Kata hält.
  • Kräftig mit einer oder beiden Händen den Gegner dazu zwingen in gebückter Haltung zu verweilen ohne unmittelbar einen Angriff folgen zu lassen wird mit Shido bestraft. Diese Aktion wird als Blockade beurteilt.
  • Das Handgelenk oder die Hand des Gegners fassen nur mit dem Ziel ein fassen des Griffs oder einen Angriff zu verhindern wird mit Shido bestraft.

Scheinangriffe werden mit Shido bestraft. Als Scheinangriffe werden beurteilt:

  • Tori greift an ohne werfen zu wollen. 
  • Tori greift ohne Kumi-Kata an oder lässt sofort die Hände los.
  • Tori startet einen oder eine Serie von Angriffen ohne jegliches Gleichgewichtbrechen des Gegners. 
  • Tori stellt ein Bein zwischen die Beine von Uke, um ihn am Angriff zu hindern.
  • Das Verlassen der Wettkampffläche mit einem Fuss ohne wieder in die Wettkampffläche einzutreten oder ohne unmittelbaren Angriff wird mit Shido bestraft. 
  • Das Verlassen der Wettkampffläche mit 2 Füssen wird mit Shido bestraft. 
  • Seinen Gegner aus der Wettkampffläche herausschieben wird mit Shido bestraft. (Wenn die Kämpfer die Wettkampffläche verlassen werden sie nicht mit Shido bestraft insofern der Angriff in einer gültigen Position gestartet wurde).

Wird mit Hansoku-Make bestraft:

  • Alle Angriffe oder Verteidigungen mit einer oder beiden Händen oder einem oder beider Arme unterhalb des Gürtels werden in Tachi-Waza mit Hansoku-Make bestraft. 
  • Das Bein darf nur gefasst werden, wenn sich die beiden Kämpfer ganz klar in Ne-Waza Position befinden und die Aktionen in Tachi-Waza beendet sind.

Osaekomi, Kansetsu-Waza und Shime-Waza

Hon Kesa Gatame

Die Zeitmessung eines im Innern der Wettkampffläche deklarierten Festhalters geht auch dann weiter, wenn sich
die Wettkämpfer nach ausserhalb der Wettkampffläche bewegen. Festhalter Zeiten: 10 Sekunden für Yuko 15 Sekunden für Waza-Ari und 20 Sekunden für Ippon.

Wenn ein Kämpfer eine Wurftechnik ausführt, die ausserhalb der Wettkampffläche endet und er diese Technik unmittelbar in Osae-Komi, Shime oder Kansetsu Waza weiterführt gelten diese.

Wenn die unter den obengenannten Techniken „leidenden“ Kämpfer die Initiative übernehmen und eine dieser
Techniken starten, ohne dass es zu einem Unterbruch kommt, werden diese Aktionen auch als gültig bewertet.

Im Innern der Kampffläche begonnene und als wirksam deklarierte Kansetsu-Waza und Shime-Waza können mit
den gleichen Regeln ausserhalb der Wettkampffläche weitergeführt werden.

Artikel 26 : Festhaltegriffe.
Osaekomi Techniken werden in folgenden Positionen als gültig erklärt: Kesa, Shiho und Ura.
Wie für die Techniken Kesa-Gatame, Kami-Shiho-Gatame oder Ura-Gatame. Die Ura Position ist jetzt gültig.

Artikel 27
Die Punkte 14 und 18 müssen für Würgegriffe strikt angewendet werden. Würgegriffe mit dem unteren Teil des
eigenen sowie des gegnerischen Judogi-Oberteils oder des eigenen sowie des gegnerischen Gürtels sind nicht erlaubt.
Würgegriffe mit den Fingern sind ebenfalls verboten.

Jugend – unter 18 Jahre

Kansetsu-Waza sind für Jugend erlaubt. Wenn ein Jugendlicher bei einer Würgetechnik das Bewusstsein verliert ist er nicht mehr in der Lage, den Wettkampf weiter zu führen. Die Sportkommission ist daran, das Wettkampfsystem für die Jugend zu überdenken.

Es wird doppelter Hoffnungslauf oder ein anderes Wettkampfsystem etabliert, damit die Kämpfer mehr Kämpfe anlässlich eines Turniers dieser Alterskategorie bestreiten können.

Begrüßung

Rei

Wenn sich die Wettkämpfer auf die Tatami begeben müssen sie die Matte gleichzeitig betreten und gemeinsam auf
der Wettkampffläche grüßen.

Die Wettkämpfer sollen sich VOR dem Wettkampf die Hände nicht geben. Wenn die Wettkämpfer die Tatami verlassen dürfen sie auf keinen Fall ihr Judogi oder ihren Gürtel ausziehen bevor sie die Wettkampffläche verlassen haben.

Wettkampfdauer

Keine Limite im Golden Score. Der Kampfrichterentscheid (Hanteï) wird aufgehoben.
Die Wettkampfdauer beträgt:

  • Elite Herren: 5 Minuten 
  • Elite Damen: 4 Minuten 
  • Junioren und Jugend: keine Änderung

Wiegen

Offizielles Wiegen wird für Elite und Junioren am Vorabend des Wettkampfes organisiert.
Vor den 1. Begegnungen am Morgen der Wettkämpfe finden zufällige Gewichtskontrollen mit den gleichen Regeln wie beim offiziellen Wiegen statt.

Das Gewicht der Kämpfer (ohne Judogi) darf nicht höher sein als 5% des Maximalgewichts der Kategorie.
Bsp: ein Kämpfer -100 kg darf ohne Judogi 105 kg nicht überschreiten. 
Dieser Punkt kann vor Beginn der olympischen Qualifikation (30. Mai 2014) noch geändert werden. 

Das Wiegen der Jugend findet am Morgen des Wettkampftages statt. 

Für Mannschafts-Wettkämpfe, die mit Einzelwettkämpfen stattfinden wird das Wiegen am Vorabend des Wettkampfes organisiert. Für Wettkämpfer, die NICHT am Einzelturnier teilgenommen haben gelten die Limiten der Kategorie. Für Wettkämpfer, die an den Einzelwettkämpfen teilgenommen habe gilt eine Toleranz von 2 kg.

Disqualifikation aufgrund von Doping

Doping

Im Fall einer Disqualifikation aufgrund von Doping verliert der Athlet seine Rangierung und seine Medaille.
Wenn möglich wird durch die IJF ein neues Klassement erstellt.
Anbei die offizielle Dopingliste 2014.
(Quelle: http://www.nada-bonn.de)

Judogi

Ein präziseres Messsystem für Judogis ist in Arbeit.

Weltrangliste (World Ranking List) für die Kampfrichter

Es gibt 3 unterschiedliche Klassifikationsniveaus für die Kampfrichter (20 pro Gruppe) die regelmässig aktualisiert werden. Die WRL für die Kampfrichter beginnt nach dem Grand Prix von Abu Dhabi 2013 und wird auf der Internetseite der IJF veröffentlicht.

Die offizielle Sprache für das Kampfrichterwesen ist Englisch. Dennoch kann auch Französisch und Spanisch (offizielle Sprachen der IJF) in gewissen durch die IJF definierten Situationen eingesetzt werden.

Weltrangliste (World Ranking List) für die Jugend und die Junioren

Die Weltrangliste (WRL) für die Jugend und die Junioren beginnt am 1. Januar 2014 und wird für die Setzliste der offiziellen IJF Turniere verwendet.

An den nächsten Jugend Weltmeisterschaften im 2015 wird es auch einen Mannschaftswettkampf geben.

Informationen

Die IJF organisiert 3 internationale Seminare für die Kampfrichter und die Trainer – Europa (Malaga, 10.-11. Januar 2014), in Asien (Abu Dhabi, 17.-18. Januar 2014) und Pan-Amerika (Miami, 24.-25. Januar 2014) um die neuen Regeln zu erklären und verdeutlichen. Die IJF lädt 1 Kampfrichter und 1 Trainer jeder Nation ein (Kost und Logis werden übernommen).
Die Reisekosten gehen zu Lasten der Delegierten. Die übrigen Delegierten können auf eigene Kosten auch teilnehmen.

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